Voices from Childhood

Aus der Fremde an meine Eltern - oder: Liebeserklärung an mich

Ich gab zu viel, von Dingen die ich kaum besessen.
Ich hab zu lang gehofft, auf Liebe die es gar nicht gab.
Ich hab zu hart gekämpft um einen Vater, der sich mir verschlossen'
es bleibt nicht viel, dem auszuweichen, was man nennt "das Grab".

Ihr könnt mich mal, ihr habt es echt verschissen
Ich bleibe hier und kehre nicht zurück.
was ich nun bin, das wollt ihr gar nicht wissen -
ihr wollt nur mich als einzig EUER Stück.

Ich weine hier und will euch garnicht schmerzen.
Ich bin nicht der, der euch verrufen hat -
und bleibe hier trotz aller Trauerkerzen,
da ich bei mir das Recht zum Dasein hab.

Ich misse euch wie einst der kleine Junge,
der sich so sehnt nach Einigkeit mit sich und seiner Welt
Doch zeigt sich mir das Bild der blut'gen Wunde,
wenn ich EUCH seh' und sich der Schmerz einstellt.

Ich kann es nicht - euch lieben, wie ihr es euch wünschtet
ich kann es nicht, zulange hab ich es versucht
auch nicht ein Brief, kein liebes Wort des Friedens
zuviel, zuviel habt ihr bei mir verbucht.

Euch retten, das kann ich nicht, und auch nicht euer 'Göttchen'
für Rettung ist es längst zu spät.
Mein Weg ist der, des 'euch in Ruhe lassens'
und hoffens, dass ihr euch findet eines Tages selbst.

Was bleibt ist Angst, sind Tränen und die Hoffnung,
dass das was war sich nicht nochmal ereignen muss
Ich will nicht sterben, will weiter da sein und dran denken,
dass Ehrlichkeit mit mir - der Weisheit letzter Schluss.

Mir fehlt die Kraft, die Zukunft anzuschauen -
ich will es nicht, mich zwingen ist nicht gut.
Ich werde nur auf kleine Schrittchen bauen,
und freuen mich, an meinem starken Mut.

Mein Weg: ein Anderer als der, der Vielen -
beim gehen fehlt mir oft der Mut.
Blick ich auf meine eignen Spuren
seh ich die Schönheit meiner innren Glut.

Von D.R.

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