Voices from Childhood

Brief an meinen Vater

Brief an meinen Vater, die Drecksau
So, du Lump, du Heuchler, du perverser Pfarrer, jetzt bist du dran! Nicht länger werde ich deine Ungerechtigkeiten verschweigen, denn ich bin dadurch fast draufgegangen. Ach, wärst DU doch draufgegangen, als du mit Ende zwanzig einen Nervenzusammenbruch hattest. Ach, hättest du mich nie gezeugt, du Arschloch. Aber nein, du wolltest ja Kinder haben, um deinen Hass an ihnen auszulassen.
Du bist so fies und hinterhältig. Du hast es geschafft, nach außen die perfekte Fassade eines lammfrommen Pfarrers zu erschaffen, der keiner Fliege was zu leide tun kann. Ha, von wegen! Du bist ein total perverses Arschloch! Du hast mich vergewaltigt, als ich noch keine 4 Jahre alt war! Sag mal, bist du nicht ganz dicht? Warum hast du keinen Therapeuten aufgesucht? Oder findest du das normal, dass ein Vater seine kleine Tochter fickt? Du Drecksau! Wie passt das in dein Gottesbild? Hat dein verdammter verlogener Gott das gewollt? Du bist doch total durchgeknallt!
Ich hasse dich, du elender verklemmter Typ! Du hast mich manchmal „You long island – übersetzt: du langes Elend, haha“ genannt! Es war für mich eh nicht leicht, dass ich so schnell gewachsen bin. Aber so ein dürres Klappergestell wie du war ich nie! DU warst das lange Elend, du Schwein!
Wie oft hast du mich abblitzen lassen, als ich Zuwendung von dir wollte. Einfach nur normale väterliche Zuwendung! Kalt hast du mich abgeschüttelt, weil dir MEINE Bedürfnisse SCHEISSegal waren. Hast dich hinter deine Arbeit, deine Bücher verkrochen und warst seelisch sowieso nie anwesend. Immer hatte ich das Gefühl, dich zu stören. Dass du deine Ruhe brauchst, hieß es immer. Und wenn ICH Ruhe brauchte, wurde ich nicht in Ruhe gelassen. Ich wurde überhaupt nie in Ruhe gelassen, immer hat mich jemand geärgert, herumkommandiert oder sonst wie genervt. Ich war eine Puppe, die du nach belieben hernehmen konntest und weglegen, so wie du es gerade brauchtest. Ich habe immer versucht, es dir recht zu machen, weil ich nicht verstanden und ertragen habe, dass du so abweisend warst.
Ich habe dich geliebt, aber du hast mir nur die kalte Schulter gezeigt und es heimlich genossen, du Arschloch! Du hast diese Macht voll ausgespielt, du machtgeiler Wurm, du! Du warst doch als MENSCH überhaupt nichts, eine leere Hülle. Das hat man daran gemerkt, wie problematisch es war, als du die Machtposition des Gemeindepfarrers im Ruhestand aufgeben musstest. Plötzlich hattest du gar keine „Freunde“ (mehr), weil du überhaupt nicht menschlich sein kannst! Du textest die Leute nur mit deinen blöden Bibelsprüchen zu. Und so was will Seelsorger sein, ha!
Du bist doch bloß eine Marionette, die, wenn sie durch äußere Bedingungen Macht bekommt, plötzlich zum Monster mutiert. Du bist Jekyll and Hyde! Du bist ein perverses Schwein. Du hast mir weisgemacht, ein guter Vater zu sein, ein Freund in den letzten Jahren, in denen wir Kontakt hatten. Ein Freund? Der mich belehrt, weil ihm der moralische Gehalt meiner Gedichte nicht gefällt? Ich hätte jedes Mal abkotzen können, wenn du mir deine christlich-schwülstigen Geburtstagsreime geschickt hast. Ich habe es dir nicht gesagt, wie schlimm ich die finde, weil ich dich schonen wollte. Ich wusste ja, wie zerbrechlich du bist.  Aber du? Hast du mich geschont? Nicht-schonen ist ein sehr euphemistischer Ausdruck für die Gewalt, die du mir zugefügt hast. Seelisch und sexuell. Geschlagen hast du mich wahrscheinlich nie. Naja, vielleicht doch, als Säugling, das halte ich für möglich. Schließlich warst du jähzornig und völlig unfähig, mit einem Baby umzugehen. Das habe ich später mit Grauen bei diversen Verwandten-babys beobachtet. Ich hatte Angst, dass dir das Baby aus der Hand fällt, so ungeschickt hast du dich angestellt. Keine Liebe, keine Wärme für dieses kleine zarte und hilflose Wesen. Du bist kein Mensch, du bist ein Monster, ein Zombie in Menschengestalt. So etwas wie du verdient die Bezeichnung Mensch nicht. Du bist ein Unmensch.
Und weißt du, was ich ganz besonders pervers finde? Dass dich die Umwelt nach wie vor für einen integren Mann hält. Am liebsten würde ich dem Lokalblatt deiner Stadt ein paar delikate Infos über den netten pensionierten Pfarrer durchgeben. Vielleicht mache ich das noch. Solch ein Verbrecher läuft frei herum und wird geachtet! Ich fasse es nicht! Und die Familie hält zu dir! Mit Ausnahme von 2 Cousinen und Cousins (deinen Nichten und Neffen). Die haben schon immer bemerkt, dass du ein völlig lebensuntüchtiger durchgeknallter Typ bist! Die hatten den Abstand, das zu sehen! Und vielleicht hast du ja deine Nichten auch gefickt, du Arsch!
Du hast es auch geschafft, einen Keil zwischen meine Mutter und mich zu treiben, du hast es geschafft, mich zum Handlanger für den Hass zu machen, den du für sie (eigentlich deine Mutter) empfunden hast. Meine Mutter WAR eiskalt und hat ihren Hass an mir ausgelassen. Aber durch dich wurde unsere Beziehung gänzlich zerstört. Das hat dir besser ins Konzept gepasst. So war ich noch mehr auf deine perverse Art der „Liebe“ angewiesen. Fein gemacht. So hast du mich völlig im Griff gehabt. Ich war dir hörig. Habe dich angebetet. Du warst für mich Jesus. Und du hast nichts getan, um diese fatale Verwechslung aufzulösen. Nein, du hast es genossen, dass ich dich für Jesus hielt. Du hast dich mit dem jammernden leidenden Jesus am Kreuz identifiziert. Ich weiß noch gut, wie du in der Ostergeschichte besonders theatralisch die Worte aussprachst: „Mein Gott (Vater), warum hast du mich verlassen?“ Ja, diese Worte kamen tief aus deiner Seele. Und deshalb hast du mich als Jesusdarsteller völlig überzeugt. Du hättest diese Verwechslung zurechtrücken müssen! Aber nein, damit hättest du ja Macht aufgeben müssen. Und du hast die Macht über mich so genossen!!!
Du hast Frieden gepredigt und Gewalt gegen deine Tochter ausgeübt, das ist eine total perverse Heuchelei! Du hast dich für den Weltfrieden eingesetzt, aber den Frieden in der Familie mit Füßen getreten.
Und dann, als ich mich begeistert über das Theater geäußert habe, hast du die „Theaterwelt“ als „Scheinwelt“ schlecht gemacht, so dass ich meinen Herzenswunsch, Schauspielerin zu werden, aufgab. DAS werde ich dir nie verzeihen! Im Theater ist Wahrheit! Viel mehr Wahrheit als in deiner verlogenen christlichen evangelischen Kirche!!! DAS ist eine Scheinwelt! Du hast wieder mal die Tatsachen total verdreht. Wie so oft!
Als du dich 2002 negativ über meinen Freund äußertest, du hieltest ihn für depressiv und unzugänglich – was für eine Projektion!!!- habe ich ein Wochenende lang Depressionen gehabt, weil ich mich ernstlich gefragt habe, ob er der Richtige für mich ist. Und dabei war ich zu diesem Zeitpunkt frisch verliebt und glücklich mit ihm! Du warst nur eifersüchtig und neidisch, du Arschloch! Du hast in mein Glück gefunkt! So eine Unverschämtheit! Du Glücksverhinderer! Bloß weil du mit deiner Frau seit Jahr und Tag in einer zermürbenden und feindseligen Ehe lebst, sollen die andern NICHT glücklich sein! Du bist so destruktiv! Du wolltest mich in deine Hölle reißen, in der du Zeit deines Lebens lebst. Du hast mich als Energietankstelle benutzt, denn ohne mich wärst du gar nicht lebensfähig gewesen, so kaputt warst und bist du.
Und als ich die Wahrheit über dich aussprach, hast du die Familie infiltriert mit deiner Leugnung. Du hast meinen Bruder total verwirrt. In dieser Not hat er sich an mich geklammert und eine Riesenportion von deiner entsetzlich stinkenden Gülle an mich weitergegeben. Du verdammter Lügner! Wie kann man nur so eiskalt lügen? Hast du dir die Wahrheit so lange zurechtgebogen und die Lüge eingeredet, bis du sie für die Wahrheit hieltst? Was sagt dein Gott dazu, dass du nicht zu deinen Taten stehst?
Ich hoffe, dass du bald und sehr qualvoll stirbst. Damit du wenigstens einen Bruchteil meiner Qualen, die ich durch dich erlitten habe, fühlen kannst. Du hast es verdient zu leiden. Auch weil du überhaupt nicht einsichtig bist. Wer nicht hören will, muss fühlen!!! Du willst die Wahrheit nicht hören, also wirst du leiden. Du wirst eine sehr schmerzhafte Krankheit bekommen, denn dein Körper will dir sicher noch was sagen in deinem Leben. Und wage es nicht, dich durch einen Herzinfarkt davonzustehlen!
Du perverse Drecksau! Du elender Heuchler! Ich hasse dich so! Endlich kann ich diesen jahrelang unterdrückten Hass fühlen. Und das tut verdammt gut! Endlich kann ich meine Wahrheit leben! Ja, es geht mir prächtig ohne dich! Und du vermisst mich wahrscheinlich auch kein bisschen, denn ich war dir als Mensch eh immer egal. Was du wahrscheinlich aber vermisst, ist die Möglichkeit, mir nach Lust und Laune Energie abzuziehen. Aber du wirst dir deine neuen Opfer gesucht haben. Deine Enkelkinder zum Beispiel. Du bist eine Gefahr für die Menschheit. Weil du so hinterhältig bist. Nach außen hin der Fromme und in Wahrheit ein Gewaltverbrecher. Ja, du bist ein Krimineller, der eigentlich mehrere Jahre Gefängnis hätte bekommen müssen.
Was hast du bloß für ein verkorkstes Rechtsempfinden! Kein Wunder, dass dein Sohn Rechtsanwalt geworden ist. Er wusste auch nicht mehr, was recht und was unrecht, was Wahrheit und was Lüge ist. Die Familie, in der ich aufgewachsen bin und die ich nicht mehr als „meine“ Familie bezeichne ist ein einziges Lügengebäude.
Eine Brutstätte der Verdrängung, der Heuchelei, der Doppelmoral. Unterstützt durch die sowieso verlogene christliche Kirche.
Was bin ich froh, dass ich da draußen bin und dass meine Welt hermetisch von dieser kaputten Familienwelt abgeriegelt ist.
Du fragst mich: Warum? Warum hast du dich von mir abgewendet?
Es ist nicht an dir, warum zu fragen, sondern an mir: Ich frage dich: Warum hast du mir das angetan? Warum hast du mein Leben zerstört?
Ich hasse dich.

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